Home arrow Aktuelle Nachrichten arrow Studie "Klimaschutz und Stromwirtschaft 2020/2030"
Studie "Klimaschutz und Stromwirtschaft 2020/2030" PDF Print E-mail
Written by Administrator   
Friday, 30 November 2007
There are no translations available

Wackeln beim Atomausstieg beenden

Die Bundesregierung muss in Deutschland die Energie- und Klimapolitik durchsetzen, die Angela Merkel in Brüssel und Heiligendamm verabredet hat. Das kann nicht in Harmonie mit der traditionellen Energiewirtschaft gelingen, solange dort die Kräfte dominieren, die glauben, man könne Strom im Jahr 2050 noch so erzeugen wie 1970 - nämlich vor allem aus Kohle und Atomenergie.

Dieses Fazit zieht die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), nachdem die Bundesregierung nach dem dritten Energiegipfel im Bundeskanzleramt Anfang Juli Ankündigungen, aber keine Ergebnisse präsentiert hat.

"Die großen Stromkonzerne kämpfen weiter verbissen um ihre Investitionen in Kohle- und Atomkraft und für einen steigenden Stromabsatz. Das ist das genaue Gegenteil einer sicheren und klimaverträglichen Zukunftsstrategie", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake im Anschluss an den Energiegipfel.

Zu begrüßen sei die Versicherung der Bundeskanzlerin, dass sie an den international vereinbarten Klimazielen in jedem Fall festhalten werde und dies ein ´Weiter so´ in Deutschland definitiv ausschließe. "Angela Merkels fortgesetztes Wackeln beim Atomausstieg" stehe dagegen im eklatanten Gegensatz zur von der Kanzlerin gleichzeitig beschworenen Planungssicherheit für die Wirtschaft. Baake: "Solange potenzielle Investoren in eine umweltverträgliche und moderne Energiewirtschaft damit rechnen müssen, dass die verbliebenen 17 alten Atomkraftwerke doch noch am Netz bleiben, solange werden sie sich mit ihren Investitionen zurückhalten."

Nach Überzeugung der DUH war es von Anfang an unrealistisch zu glauben, die traditionellen Energiekonzerne durch die Kraft der Argumente von der Notwendigkeit einer Neuausrichtung ihrer Geschäfte überzeugen zu können. Die unter den Bedingungen des Klimawandels notwendigen politischen Rahmenbedingungen würden zwangsläufig den rückwärtsgewandten Strategien der Konzerne entgegen laufen: Der Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten entwerte die Braunkohletagebaue, der Atomausstieg verkürze das goldene Ende abgeschriebener Atomkraftwerke und eine ernsthafte Effizienzstrategie und der Ausbau der Erneuerbaren Energien laufe auf einen kräftig abgeschmolzenen Stromabsatz hinaus.

Diese Zukunftsaussichten hätten die Konzernchefs viel zu lange nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Baake: "Solange die Stromunternehmen die Neuausrichtung ihrer Geschäfte verweigern, sind Konsensrunden wie die im Kanzleramt letztendlich verlorene Liebesmüh: Angela Merkel muss jetzt das tun, wofür sie vom Bundestag gewählt wurde - nämlich regieren und den energiepolitischen Rahmen so setzen, dass auch die Interessen künftige Generationen gewahrt bleiben".

Eine neue Studie von Öko-Institut und arrhenius-Institut im Auftrag von DUH und WWF beleuchtet erstmals die Investitionsbedingungen in einem nach Klimaschutz-Erfordernissen umgestalteten Energiesystem. Erstes und eindeutige Ergebnis der Untersuchung: Klimaschutz ist kein Selbstläufer.

Ohne die politische Durchsetzung tiefgreifend veränderter Rahmenbedingungen sind die national wie international in jüngster Zeit formulierten Klimaziele nicht zu erreichen. Bis 2020 würden sich die CO2-Emissionen aus der Stromwirtschaft im Falle des "Business as Usual"-Szenarios kaum verändern. Deutschland würde seine internationalen Verpflichtungen weit verfehlen.

Das Gutachten "Klimaschutz und Stromwirtschaft 2020/2030" kann als pdf-Datei heruntergeladen werden unter www.duh.de bzw. www.wwf.de
Add as favourites (22) | Quote this article on your site | Views: 328

  Be first to comment this article

Only registered users can write comments.
Please login or register.

Last Updated ( Monday, 21 January 2008 )
 
< Prev   Next >
  • Erneuerbare Energien

    Aktuelle Information: 18.06.2008 – Bundesumweltministerium verlängert Kesseltauschbonus im Marktanreizprogramm Das Bundesumweltministerium verlängert die Förderung für den

  • Mini- KWK -Zuschuss

    Mit Inkrafttreten der Richtlinie zur Förderung von Mini- KWK -Anlagen am 01.07.2008 (Bundesanzeiger Nr . 96 v . 01.07.2008) kann die Neuerrichtung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit einer

  • Energiesparberatung

    Hinweise (Stand: 28.04.2008) Aktueller Hinweis Die Richtlinie zur Vor-Ort-Beratung wird mit Wirkung vom 01.05.2008 geändert. Die Förderbedingungen werden in diesem Zusammenhang wesentlich

  • BMU-Broschüre über erneuerbare Energien für Einsteiger

    Wie kann ich erneuerbare Energiequellen nutzen? Was leisten Photovoltaikanlagen und wie viel Energie kann eine thermische Solaranlage einsparen? Lässt sich mein Haus mit Erdwärme oder Biomasse heizen? Mit leicht verständlichen Antworten ermöglicht eine neue Broschüre des Bundesumweltministeriums Neulingen den Themeneinstieg.

  • Latentwärmespeicher verbindet Wärmepumpe mit Solarwärme

    Sowohl solarthermische Anlagen als auch Wärmepumpen sind bereits für sich genommen zwei effektive Technologien. Mit der patentierten Neuentwicklung "Therma exklusiv" zeigte die Westfa GmbH als Vertriebspartner von Consolar auf der Intersolar eine weitere Kombination aus Wärmepumpe und Solarwärmeanlage (vergleiche auch mit anderen Lösungen unter "ausgewählte weitere Meldungen").

  • Kesseltauschbonus im Marktanreizprogramm verlängert und erweitert

    Das Bundesumweltministerium verlängert und erweitert(!) diezunächst bis zum 30. Juni befristete Förderung für den Einbau moderner Heizungsanlagen: Bis Ende 2009 erhalten Investoren vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zusätzlich zur bestehenden Förderung von Solarkollektoren einen Bonus, wenn gleichzeitig der alte Heizkessel durch einen Öl- oder Gasbrennwertkessel ausgetauscht wird.

  • Verkalkungsschutz mit externen Plattenwärmetauschern

    Um den reibungslosen Betrieb einer Solaranlage langfristig garantieren zu können und sie unter anderem vor Verkalkung zu schützen, setzt die BUSO Bund Solardach eG auf ein Bündel von Maßnahmen - eine davon ist der Einsatz externer Plattenwärmetauscher.

  • Gewährleistung in der Photovoltaik Branche (Module und Wechselrichter)

     Kunden kaufen sich Solaranlagen und bestellen diese bei einem Installateur ihrer Wahl. Der Installateur kauft beim Großhändler seiner Wahl und dieser  kauft beim Hersteller seiner Wahl. Der Hersteller leistet seine Garantie an den Großhändler, dieser an den Installateur und dieser an den Kunden. Nach zwei Jahren ist der Installateur aus…

  • Prof. Dr. Martina Klärle hat Wissenslücken in Sachen Photovoltaik

    In Osnabrück wurden die Dachflächen vermessen. Das Projekt SUN AREA ist eine sehr gute Idee und ermittelt geeignete Dachflächen für Photovoltaik. Eine sehr gute Ingenieurleistung. In einem Beitrag von 3 Sat wird über das Projekt berichtet. In diesem Beitrag werden absurde Behauptungen aufgestellt, die kommentiert werden müssen. http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=7304&mode=play Wieder einmal beschäftigen sich mit der…

  • Solaranlagen - Stiftung Warentest stellt fest - Billig ist Testsieger

     Endlich haben wir die offizielle Anerkennung für unsere These. Bei Solarwärmeanlagen ist die billigste Anlage, die beste Anlage. Stiftung Warentest: 10 von 12 Solarthermie-Anlagen „sehr gut“ oder „gut“Einen klaren Beweis dafür, dass die Solartechnik inzwischen ausgereift ist und zuverlässig für warmes Wasser sorgt, sieht die Stiftung Warentest in ihrer Untersuchung…

  • Die Sonne schickt keine Rechnung ist eine haltlose Phrase

    Überall lesen oder hören wir die Phrase, dass die Sonne uns keine Rechnung schickt. Das ist formal richtig, weil uns der Mond, der Wind, das Wasser oder die Erde auch keine Rechnung schickt. Die Energierechnung kommt von Ihrem Energieversorger oder Energielieferanten und Sonnenstrom ist im Moment der teuerste Strom, der produziert wird.…

German News